Das Wort
Der Herr stand mir bei und stärkte mich,
damit durch mich die Botschaft ausgebreitet würde.
2. Timotheus 4, 17
Liebe Gemeinde!
Wir gehen schon wieder mit Riesenschritten auf das Weihnachtsfest zu, eine Zeit von meist besonders geschäftiger Betriebsamkeit.
Für Ruhe und Besinnung, auch für ein nur kurzes zwischenzeitliches Abschalten, „habe ich jetzt keine Zeit“, so sagen wir oft. Trotz aller unserer gut gemeinten Festvorbereitungen sollte aber für uns Christen doch eigentlich das im Vordergrund stehen, was vor gut 2000 Jahren der Engel den Schafhirten bei ihrem nächtlichen Hütedienst zurief:
„Siehe, ich verkündige Euch große Freude! Euch ist heute der Heiland geboren!“
Die Hirten ließen daraufhin sofort alles stehen und liegen, ließen ihre Arbeit Arbeit sein und machten sich auf zur Krippe, in der sie den vom Engel versprochenen Gottessohn fanden. Sie, diese einfachen Männer aus dem Volk, verbreiteten anschließend voller Freude die frohe Botschaft, „priesen und lobten Gott“. Ich könnte mir vorstellen, dass es sie zunächst einige Überwindung gekostet hat, sich so offen zu ihrer Freude an der Gottesbotschaft zu bekennen. Das freie Reden in der Öffentlichkeit, vielleicht sogar vor einer großen Menschenmenge, fiel ihnen wahrscheinlich nicht ganz leicht. Doch die Menschen, zu denen sie redeten, verlachten sie nicht etwa oder ignorierten sie, sondern hörten ihnen interessiert zu.
Wenn Lukas uns berichtet, die Leute „wunderten sich der Rede“ der Hirten, so meinte er damit sicher nicht nur das inhaltlich Wunderbare der Botschaft, sondern auch eine „Be-Wunderung“ der Hirten dafür, dass sie das Wort vom Gottessohn, der für uns in die Welt gekommen ist, ohne jede Scheu ausbreiteten.
Auch die Apostel, von denen das Neue Testament uns erzählt, waren keine professionellen Redner, denen die Fähigkeit zur ungehemmten öffentlichen Rede praktisch „in die Wiege gelegt“ worden wäre. Wie das oben stehende Paulus-Wort aus dem Brief an Timotheus beweist, haben auch sie oft Kraft und Ermutigung durch Gott gebraucht, um gegenüber anderen Menschen ihren christlichen Glauben zu bekennen. Aber sie alle haben wie Paulus auf Gottes Zusage vertraut: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ (2. Korinther 12, 9), und sind dafür mit wunderbaren Glaubenserfahrungen belohnt worden. Die Menschen haben ihnen zugehört, und vielen wurde dadurch das Herz für die frohe Gottesbotschaft, das Evangelium, geöffnet.
Können die Hirten aus der Weihnachtsgeschichte und die Apostel des Neuen Testaments für uns nicht ermutigende Beispiele dafür sein, wie reich Gott das Ausbreiten der christlichen Botschaft segnet?
Ich wünsche Ihnen/Euch eine frohe, besinnliche Advents- und Weihnachtszeit, ein gesegnetes neues Jahr 2012 und den Mut, die eigene Freude am Evangelium nicht nur „im stillen Kämmerlein“ zu leben, sondern gerne als Glaubenszeugen an andere weiterzugeben.
Ihr/Euer
Jürgen Diekmann
